Pure Bathing Culture – Pray For Rain

Der Dream Pop ist wohl mit Abstand der ruhigste und auch schönste Abkömmling des Indie. Und dem haben sich Pure Bathing Culture fast zur Gänze verschrieben.

So ist auch ihr Album Pray For Rain nahezu ein Musterbeispiel dafür, was im Dream Pop alles möglich ist. Neben den verträumten Gitarren und den ruhigen, dezenten Drums lebt das Album vor allem auch von den verschiedenen Synthesizer Melodien, die für das richtige Flair sorgen. Und doch öffnet sich die Band gegenüber anderen Stilen, so erinnert beispielsweise der Song „Palest Pearl“ an die großen Hits von Future Islands, die schon eher in Richtung Experimental bzw. Electro Pop zuzuordnen sind.

Doch auch in der Königsdisziplin des Dream Pop überzeugen Pure Bathing Culture. Wenn es darum geht, den Hörer mitzunehmen, ihn tatsächlich zum Träumen anzuregen, wird im Dream Pop häufig auf unverzerrte, elektrische Gitarren zurückgegriffen, meist mit einem Hall unterlegt. Beispielsweise in den Songs „Clover“ und „Maximilian‘s Ring“ laden genau solche Gitarrenmelodien ein, um in die Tiefe der Musik abzutauchen und einfach nochmal abzuschalten.

Ein 0815-Album ist Pray For Rain jedoch nicht, auch wenn es alle typischen Merkmale eines Dream Pop Klassikers aufweist. Häufig gehen die Musiker auch mal einen Schritt weiter, als es sonst üblich ist und treiben einzelne Parts ihrer Songs auf die Spitze. So lebt „The Tower“ beispielsweise zwar von der langsamen Gitarrenmelodie, doch ist die Melodie eher typisch für einen Funk-Song.

Und genau von diesen Kleinigkeiten profitiert Pray For Rain und hebt sich auch ein gutes Stück von Werken der Konkurrenz ab. Das Resultat ist vielleicht nicht mehr zu 100 % straighter Dream Pop, doch die Künstler müssen den Vergleich mit Bands wie Wild Nothing oder The War on Drugs auf keinen Fall scheuen.
Für Fans von verträumten Indie eine klare Empfehlung!

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Lars Junker

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Lars Junker

Gründer hier. Indie-Kram, gerne auch mal leise, manchmal laut. Vinyl und Kaffee.