Deftones – Gore

Mittlerweile ist die Veröffentlichung ihres ersten Albums über 20 Jahre her, die Veröffentlichung ihres nach wie vor hochgelobten Meisterwerks White Pony über 15 Jahre. Dabei haben es die Deftones über diesem Zeitraum immer geschafft, den richtigen Weg zu gehen, zumindest was ihre Band angeht. Ihre letzten beiden Album Koi No Yokan und Diamond Eyes wurden von Fans und Kritikern ebenfalls gut aufgenommen, trotz des tragischen Unfalls von Bassist Chi Cheng, der an diesen beiden Werken nicht mehr beteiligt war. Ferner hat die Band den Absprung von ihrem „Ur-Genre“ Nu-Metal geschafft und bleibt somit auch auf ihren aktuellen Alben stets interessant, während ehemalige Größen des Genres diese Kurve nicht gekratzt haben und nur noch Alben veröffentlichen, die an die vergangenen Höhepunkte erinnern.

Gore enthält zwar keine Überraschungen oder Stilbrüche, aber wird doch von vielen als das beste Deftones-Album seit White Pony gehandelt. So ist es keine Seltenheit, dass Lieder einfach auf halbem Weg ihre Gangart ändern: schon der Opener „Prayers/Triangles“ zeugt von der musikalischen Tiefe des Werks: beginnend mit einer klaren Gitarrenmelodie und Chino Morenos bekanntem melancholischem Gesang, geht es schon bald in einen kraftvollen Refrain über, wobei die Stimme Morenos jedoch eine tragende Kraft bleibt. Auf „Geometric Headdress“ hingegen wechselt sein Gesang in regelmäßigen zwischen dem gewohnten klaren und gepressten, beinahe gescreamten Parts.

Ein weiteres Interessantes Thema um das Album ist die Stimmung innerhalb der Band: während Streitigkeiten und Differenzen zu Zeiten von Saturday Night Wrist noch zu Verspätungen der LP und ernsthafteren Problemen führte scheinen sie auf Gore eher zuträglich zu sein, doch ob diese Streitigkeiten doch einfach ein allgemeiner Faktor sind, der allgegenwärtig ist und vielleicht nichts mit der Qualität eines Werks zu tun hat kann man nicht sicher sagen. Was sich hingegen sicher geändert hat war der Aufnahmeprozess: die Band ist im Vorfeld zum Album ohne Material ins Studio und hat dort einfach angefangen, anstatt Ideen mitzunehmen und auszuarbeiten.

Offenbar war das ein guter Ansatz, denn in der Tat ist Gore wieder ein starkes Ding geworden, vielleicht wirklich das beste seit White Pony

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Alexander Mann

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Alexander Mann

Alexander, 21, Student. Indie, -pop, -rock, -tronic, -folk usw. Außerdem gerne vieles weiteres von Hip-Hop bis Metal.