Boys Noize – Mayday

Der in Berlin wohnhafte Produzent Alexander Ridha ist alles, aber bestimmt kein gewöhnlicher Produzent. In einer Musikwelt, in der „richtige“ Alben immer mehr an Relevanz verlieren, besonders unter Elektro-Künstlern, veröffentlicht er voller Überzeugung sein viertes Album, Mayday. Warum? Es gefällt ihm, eine Art Momentaufnahme seines künstlerischen Schaffens zu haben, etwas, an dem man quasi intervallartig eine Weiterentwicklung festmachen kann. Diese Weiterentwicklung ist für den gebürtigen Hamburger sehr wichtig. Am stärksten zeigt sich dies wohl darin, dass er vor den Arbeiten an einem neuen Album sämtliche Einstellungen löscht, die er für das vorangehende verwendet hat – er möchte niemals den gleichen Sound zweimal benutzen. Das führt einerseits zu einem Haufen Arbeit für Ridha und andererseits zu einem neuen Album, das wirklich für sich steht.

Hierbei sind neben dem Sound natürlich auch all die Features zu nennen, die sich auf Mayday finden lassen. Eine Neuheit für Boys Noize, früher waren auf seinen Alben nie so viele Zusammenarbeiten zu finden – diese waren hier auch nicht geplant, sondern entstanden im Moment, wenn man sowieso zusammen unterwegs war und sich entschied, mal eben Musik zusammen zu machen. Eine Ausnahme gibt es da allerdings: die Arbeit mit Poliça war gewollt, seit man sich auf dem Festival von Bon Iver Mastermind Justin Vernon kennenlernte. Herausgekommen ist ein Stück Musik, das man von Boys Noize so noch nicht kennt, genau wie Ridha es am liebsten hat.

Trotz des ganzen Geredes von Neuem und Entdeckungen hört man Mayday schnell und außerdem durch und durch an, dass es von Boys Noize stammt. Vom langsamen, sich aufbauenden Intro von „Overthrow“ über den randalierenden Sound von „Mayday“ zum monotonen Zählen auf „Midnight“ trägt hier alles die Marke Alexander Ridhas. Absolute Empfehlung sowohl für alte Boys Noize Fans als auch für die, denen seine Musik bisher noch nicht abwechslungsreich genug war: auf Mayday findet ihr die volle Farbpalette elektronischen Sounds.

Facebook: www.facebook.com/boysnoize
Homepage: www.boysnoize.com

Alexander Mann

About author

Alexander Mann

Alexander, 21, Student. Indie, -pop, -rock, -tronic, -folk usw. Außerdem gerne vieles weiteres von Hip-Hop bis Metal.