Neonschwarz – Metropolis

Seit 2010 machen Spion Y, Marie Curry, Captain Gips und Johnny Mauser aus Hamburg bereits zusammen Musik. Zwei Jahre später wurden sie offiziell zu Neonschwarz und wiederum 2 Jahre später erschien das erste gemeinsame Album Fliegende Fische.

Am 06.05.2016 erschien der Nachfolger Metropolis, dass mit einer Spieldauer von 62 Minuten und 17 Tracks ein überdurchschnittlich langes Album geworden ist. Metropolis erzählt die Geschichten der Stadt, die jeder kennt und versteht. Es wird nichts verschönt, es sind Geschichten aus dem Leben zwischen Traum und Alptraum.

„Dies das Ananas“ lief bereits im Radio auf Dauerrotation. Ein klassischer Hamburger Hip-Hop Track, der einer der größten Ohrwürmer des Albums ist. Der nächste Ohrwurm und ebenfalls derzeit regelmäßig im Radio läuft der Song „Atmen“, der eher ruhig und melancholisch ist. Es ist ein Song für laue Sommerabende mit Freunden. In „Check Yo’Self“ geht es darum, dass man selber nachdenken sollte und nicht blind alles glauben sollte was einem heutzutage vorgesetzt wird. „Kinder aus Asbest“ besticht mit dem Kinderchor im Refrain, kommt aber ansonsten recht kritisch rüber.

In „Metropolis“ geht es um das Leben in der Großstadt zwischen Träumen und Beton. Dank des Gesangs von Marie Curry ein Song, der im Kopf bleibt. „Kennenlernrunde“ ist wieder ein „klassischer“ Hip Hop Track, der zum Kopfnicken verführt und in dem Neonschwarz ihre Bandgeschichte erzählen. Der Song „Drahtesel“ fällt durch das Tempo auf, er ist ein wahres Wortfeuerwerk in dem das Fahrrad berappt wird.

Der kürzeste Track des Albums ist „Back to the streets“ und ist grade mal 1:38 Minuten lang und einer der Songs, die sonst eher als Lückenfüller oder Intro auf einem Album erscheinen würden. Der nächste Song „Standstreifen“ ist eine Hommage an das ruhige Leben. Man braucht nicht die Überholspur, sondern sollte zwischen durch auch mal rechts ran fahren und das Leben genießen. Danach wird es wieder erst im Track „2015“ lassen Neonschwarz das letzte Jahr kritisch Revue passieren.

„Rapstars“ überzeugt durch einen eingängigen Refrain. „Jogginghosentag“ fällt musikalisch aus der Reihe. Der Track ist eher chillig und passt zum Thema – die Jogginghose. Dennoch hat auch dieser Song seine kritischen Züge.

„All inclusive“ ist thematisch auf dem neusten Stand der Zeit. Es geht um die Flüchtlinge und das verschließen der Urlauber vor den Situationen in den Ländern, aus denen die Leute fliehen. „Das goldene Ticket“ ist ein heiterer Song in dem sich die Band selbst ein wenig aufs Korn nimmt.

In „Küstenfieber“ geht es um das Gefühl der Freiheit am Meer. Es geht um den Ort an dem man durchatmen und Kraft tanken kann, wenn die Stadt einem mal wieder zu viel wird. „Die Eskalation“ hat einen Beat, der unter die Haut und in die Beine geht. Dennoch folgen sie weiterhin dem kritischen Tenor des Albums. Der finale Song heißt „Doppeldeckerbus“ und beginnt mit einem Sampel des Kinderlieds „Wheels on the bus“. Der Song handelt von Hamburg und seinen Gegensätzen.

Das Album ist eine gelungene Mischung aus Spaß und Ernsthaftigkeit. Neonschwarz schaffen es die wichtigsten Themen der heutigen Gesellschaft zu thematisieren ohne platte Phrasen zu verwenden oder den Zeigefinger zu erheben. Metropolis gibt viel Stoff zum Nachdenken.

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