Metronomy – Summer 08

Metronomy sind wieder zurück! Am 1.07.2016 erschien unter Because Music endlich ihr fünftes Studioalbum, das den Titel Summer 08 trägt. Nachdem die Band 2010 durch einen Ausflug an die English Riviera mit poppigen Tracks in sonnige Sphären katapultierte, gelang ihnen erstmals ein Durchbruch im Independent-Bereich, der sie zu einem gern gesehenen Gast als Headliner einiger Festivals aufsteigen ließ.

Wo der Vorgänger Love Letters (2014) noch auf analoge Produktion setzte und seine Aufnahmen in die Abbey Road Studios verlagerte, während bittersüße 70’s Melodien den roten Faden bildeten, zielt die Neuerscheinung auf eine Vielfalt an Effekten. Summer 08 wurde mitunter von Mix Master Mike der Beastie Boys produziert, der seine scratching-skills zum Besten gab und den Hörer im wechselndem Farbspiel der Spotlights und Nebelschwaden zurück auf die Tanzfläche beförderte.

Die Thematik schlittert retrospektiv 8 Jahre in die Vergangenheit, behandelt die Jugendjahre des Bandgründers Joseph Mount in einer Symbiose zu den 80-er Jahren. Sie beschreibt sein Leben in den Vierteln Londons, erzählt vom Image-Beef mit den snobistischen West End-people, den Erlebnissen alkoholisierter Nächte in Clubs geprägt von Teenage Angst, Verzweiflung, unerfüllter Liebe, der ersten Pickelkrise und allem, was einer gesunden Pubertät an Leidens- und Hochphasen inbegriffen ist. In typischer Metronomy-Manier wird hier die Selbstironie groß geschrieben und in einen einnehmenden Disco-Sound gehüllt, der diesmal rein intuitiv entstanden ist und eine ähnliche Naivität verströmt wie ihr erstes Album.

Dawn Shadforth führte die Regie zum Musikvideo ,,Old Skool”, das ihr jetzt schon bestaunen könnt:

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Wer Metronomy schon zu Beginn ihrer Karriere verfolgte, weiß, dass sie eher unkonventionell auf der Bildfläche auftauchten: roh, self-made und bestückt mit klanglichen Verzerrungen. Ihr 2008 veröffentlichtes Debüt Nights Out schuf wahre Hymnen an den Glitch und Synth Pop, die sich in Tracks wie ,,A Thing for Me” oder ,,Radio Ladio” widerspiegelten. Zu Ehren der Anfänge, die einen rasanten Einstieg in niemals endende Nächte boten und irgendwo zwischen urbanen Straßenspots, Lichtreklamen und der nächsten Party ,,On Dancefloors” stattfanden, begibt sich Joseph Mount nun mit gesammelter Studioerfahrung auf eine Zeitreise und knüpft mit Summer 08 wieder  an seine verjährte Jugend an.

Vielleicht ist es genau das Sommeralbum, auf das wir in der Abwesenheit der heißen Jahreszeit gewartet haben! Eine Quintessenz 80’s Charme, voller Synthie-Einschläge, unglaublich eingängigen Beats auf 10 Tracks – sowohl nostalgisch als auch antriebsgeladen.

,,16 Beat” ist ein fast-romantisch anmutender Lovesong, den Mount seinen liebsten Drums widmet  und mit  Lyrics wie ,,see the stars deep in the night/ I think about you all the time” bekundet, die den perfekten Lo-Fi Charakter besitzen.  Weibliche Unterstützung im gesanglichen Part, erhielt Mount dieses Mal im Duett ,,Hang Me Out to Dry” mit der skandinavischen Pop-Ikone Robyn, das er zugleich als seinen persönlichen Albumfavoriten nennt.

Eine gängige Ode an alle Nachtschwärmer liefert der Track ,,Night Owl”. Die für manch einen sehr bekannte Situation, sich unter offensiv-charmanten Annäherungsversuchen im Club jemanden aufzureißen “I’m just another night owl / And if you go with me tonight, girl / This city is my light house”, um am nächsten Morgen doch als Eintagsfliege zu enden.

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Den Abschluss findet das Album mit ,,Summer Jam”, der eine Analogie zum 2008 entstandenen Track ,,Nights Outro” bildet. Die gegen Ende auslaufenden Lyrics ,,For your love” schließen das intuitive Konzept, um sich auf ironische Weise narrativ vom Summer 08 zu verabschieden. Wir werden ihn allerdings vorerst in Repeatschleife immer wieder einleiten!

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Denise Schmid

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