Highasakite – Acoustic Versions

Vor knapp einem halben Jahr veröffentlichten Highasakite mit Camp Echo ihr zweites Album. Und damit wagten die Norweger einen relativ großen Schritt, denn mit ihrer neuen Veröffentlichung entfernte sich die Band ein gutes Stück vom Debüt Silent Treatment, welches ihnen 2014 den ersten größeren Durchbruch bescherte.
Doch wie es so schön heißt: “Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.“

Der wohlverdiente Erfolg blieb nicht aus. Mit mittlerweile mehr als 13 Millionen Streams bei Spotify und Festivalgigs beim Glastonbury, Latitude, Hurricane und Roskilde bekommen Highasakite nicht mehr nur in Norwegen die ihnen gebührende Anerkennung zu spüren. Das absolute Highlight des Jahres steht für die Band jedoch noch aus, denn am 11. Dezember werden Highasakite beim 23. Friedensnobelpreis-Konzert spielen und damit in die Fußstapfen von Musikern wie Elton John, Paul McCartney und Rihanna treten.
Vor allem in Hinsicht darauf, dass die Band mit Camp Echo wohl eines der inhaltlich bedeutsamsten Alben des vergangenen Jahres veröffentlicht hat, ist diese Anerkennung mehr als gerechtfertigt.

Eine vollkommen neue Seite zeigen die Norweger nun mit der Veröffentlichung ihrer EP Acoustic Versions. Denn auch wenn die Songtexte der Band den Liedern erst ihre wirkliche Bedeutung verleihen, das musikalische Fundament sollte nicht unterschätzt werden – wie die EP eindrucksvoll beweist.
Aufgenommen wurde Acoustic Versions live in den Propeller Studios in Oslo, die Betonung liegt in diesem Falle auf live. Denn die vier Songs wurden innerhalb weniger Stunden eingespielt, das zeigt sich auch am Ergebnis, wobei das keinesfalls abwertend gemeint sein soll. Denn die Lieder haben alle eine analoge Grundlage gemein, die nur sehr begrenzt unter der Digitalisierung leidet und für ein charakterstarkes Gesamtbild sorgt.

Von besonderer Bedeutung ist bei allen Songs – wie vorab schon erwartet – die Stimme von Sängerin Ingrid Helene Håvik. Denn diese geht kontinuierlich unter die Haut, vollkommen egal ob sie sanft und dunkel oder kraftvoll und geladen erklingt.
Als zweiter Grundstein fungiert das begleitende Piano, welches von Bandmitglied Marte Eberson gespielt wird. Logischerweise geht den akustischen Versionen der Lieder durch die minimale Instrumentierung ein großer Teil des Volumens verloren, die Intensität der Songs leidet jedoch nicht darunter. Im Gegenteil, denn vor allem das perfekte Zusammenspiel der einzelnen Komponenten sorgt für ein hochemotionales Gefühlserlebnis, welches die Musik der Band in einem vollkommen neuen Licht erscheinen lässt.

Vertreten sind auf Acoustic Versions sowohl zwei Songs von Camp Echo („Samurai Swords“ / „Golden Ticket“) sowie zwei Songs von Silent Treatment („Since Last Wednesday“ / „Leaving No Traces“).
Alle Titel stellen gegenüber ihren Originalen einen mehr oder weniger harten, aber dennoch sehr interessanten Kontrast dar, der vor allem eines zeigt: Hinter Highasakite verbergen sich einige geniale Musiker.

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Lars Junker

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Lars Junker

Gründer hier. Indie-Kram, gerne auch mal leise, manchmal laut. Vinyl und Kaffee.