I Heart Sharks – 09.02.2017 – Leipzig, Täubchenthal

Kleiner Raum, gute Band: I Heart Sharks beweisen, wie lebendig die Intimität von Clubkonzerten sein kann.

Clubkonzerte sind eine der großen Segnungen der Musikwelt. Während großen Hallen ihre Imposanz nicht abgesprochen werden kann, punkten kleine Veranstaltungsorte mit ihrer unübertreffbaren Intimität. In einem schlecht beleuchteten Raum von Fremden angeschwitzt zu werden, klingt normalerweise so verlockend wie eine Mittelohrentzündung, sobald aber eine Band zu diesem Szenario hinzugefügt wird entsteht der Traum vieler Musikliebhaber.

Der 9. Februar gehörte zu den Tagen, an denen dieser Traum gelebt werden konnte: Im Clubzimmer des Leipziger Täubchenthals gastierte die britisch-deutsche Post-Pop-Band I Heart Sharks.

Den Anfang machten allerdings Baru. Mit ihrem Indie-Pop wärmten sie ihre Heimatstadt sorgfältig auf. Dass ein Bandmitglied während des Auftritts fleißig vor sich hinfieberte, war der Performance nicht anzumerken. Dem Publikum wäre es gar nicht aufgefallen, hätte Sänger Ferdinand Weigel nicht darauf aufmerksam gemacht und um einen spontanen Applaus für seinen tapferen Kollegen gebeten. Den spendeten die Zuschauer prompt.

Nachdem Baru ihr Set beendet hatten, dauerte es nicht lange bis I Heart Sharks die Bühne für sich beanspruchten. Pierre Bee (Gesang), Simon Wangemann (Gitarre, Synthesizer), Martin Wolf (Schlagzeug) und Craig Miller (Bass) betraten – vollständig in Weiß gekleidet – die Bühne. „Hideaway“, ebenfalls Opener des gleichnamigen Albums, wurde angestimmt.

Der Funke zwischen Band und Publikum sprang spätestens in dem Moment über, als der letzte Musiker einen Fuß auf die Bühne setzte. I Heart Sharks und ihre Zuschauer wirkten eher wie ein Team, als zwei separierte Einheiten. Diese Nähe wurde unter anderem von Sänger Pierre ermöglicht, der als Bindeglied zwischen Band und Publikum einen soliden Job erledigte: Er forderte die Leipziger zum Näherkommen und Mitsingen auf, trat an sie heran und schließlich verschwanden Sänger und Gitarrist für eine gedämpfte Akustikversion ganz im Publikum.

Kenner und Liebhaber von I Heart Sharks dürften an diesem Abend auf ihre Kosten gekommen sein. Neben zahlreichen Stücken des neuen, dritten Albums fanden sich in der Setlist auch Nischen für Klassiker wie „Neuzeit“. Wer da war, konnte das Paradebeispiel eines vernünftigen Clubkonzertes genießen: eine ausgelassene Atmosphäre, ein offenes Publikum und eine fähige Band.

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Foto: Ariane Seidl

Ariane Seidl

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Ariane Seidl

Irgendwer zwischen Milhouse und Zoidberg. Körperklaus aus Leidenschaft, Hai-Fangirl aus Überzeugung.