Cold War Kids – LA Divine

Mit neuer kreativer Motivation und einem guten Gefühl präsentieren die Cold War Kids ein Werk, das ihrer Wahlheimat gewidmet ist

Der Erfolg ihres letzten Albums, Hold My Home, war ein wichtiger Faktor auf dem Weg zu LA Divine. Sowohl der offene Umgang mit neuen musikalischen Elementen als auch die Idee des Konzeptalbums fußen darauf. Das nächste Album sollte eine Herausforderung werden, und etwas das Kulturellen und Gesellschaftlichen Wert hat. Somit entstanden also 14 Stücke, die Los Angeles von allen Seiten betrachten, die guten und zahlreichen schlechten Facetten beleuchtet.

Nathan Willett, Frontmann der Band, findet, dass die interessantesten neuen musikalischen Wege derzeit in der Popmusik eingeschlagen werden. Somit findet LA Divine also einen Großteil seiner Inspiration in diesem Genre. Doch das bedeutet nicht, dass elektronische Melodien á la Major Lazer oder The Chainsmokers zu hören sind, nein. Vielmehr richten sich die fünf nach Frank Ocean, Alabama Shakes und, besonders hörbar (und extrem gut kompatibel), Florence & the Machine.

Auch ist mit Bishop Briggs ein Featuregast dabei, und sie ergänzt das Stück „So Tied Up“ mit ihrer eindrucksvollen Stimme. Nennenswert ist des Weiteren auch „Love Is Mystical“, das erste veröffentlichte Lied des Albums, welches ein Stück weit als Titeltrack des Albums angesehen werden kann. Der Kern des Songs beschreibt, dass Liebe mehr ist als bloß das Oberflächliche auf das es (besonders eben in einer großen Stadt wie LA) von der Öffentlichkeit meist reduziert wird.

„Restless“ hingegen zeigt die Cold War Kids wie gewohnt in Form eines langsamen, einfühlsamen Songs, der die Schwierigkeiten einer sich langsam auflösenden Langzeitbeziehung beschreibt. „No Reason To Run“ hingegen kommt flotter daher, wesentlich poppiger, aufgebaut auf E-Gitarre und dem allgegenwärtigen Klavier. Die ganze Kraft der Band bekommt der Zuhörer allerdings erst mit „Open Up The Heavens“ zu spüren, welches ein wenig dunkel daherkommt und auf dem der experimentelle Charakter ebenfalls hörbar ist. So bewegt sich das Werk weiter durch die verschiedenen Phasen, in denen die Stadt auf verschiedene Weisen beschrieben wird, bis der Ausklang mit „Free To Breathe“ zu einem bewegenden und stillen Erlebnis wird.

Mit LA Divine haben Willett und Co. Sich aus ihrem gewohnten Schema herausgewagt und somit ihr bisher vielseitigstes Album geschaffen. Auch wenn es nicht mit Hits wie „First“ des Vorgängers auftrumpfen kann, ist es als Ganzes doch ein beeindruckendes Album geworden.

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Alexander Mann

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Alexander Mann

Alexander, 21, Student. Indie, -pop, -rock, -tronic, -folk usw. Außerdem gerne vieles weiteres von Hip-Hop bis Metal.