Interview: Declan J Donovan

Declan J Donovan aus Essex ist wohl gerade einer der spannensten Newcomer aus England. Der Brite ist eine richtige Frohnatur und begeistert mit seiner Art Popmusik zu machen. Im Rahmen eines Showcases von Epic Records in Berlin habe ich mich kurz mit ihm unterhalten.

Declan, wie war dein Tag hier in Berlin bisher?

Ganz gut, es ist ziemlich kalt, mit dem Wetter habe ich nicht gerechnet. Aber sonst sehr gut, ich liebes es hier herzukommen.

Deutschland ist fast schon deine zweite Heimat, hast du in einem Interview mal gesagt. Wieso?

Ja, wir sind hier sehr oft. Die erste Single kam in Deutschland mega gut an, die Crowds werden größer und größer, jeder behandelt uns super gut und wir genießen die Zeit hier sehr. Da nutzen wir quasi jeden Gelegenheit aus, um nach Deutschland zu kommen.

Das erste Mal auf dich aufmerksam wurde ich durch deinen Auftritt im MOMA der ARD letzten Herbst in Köln. Du musstest also ganz früh aufstehen wahrscheinlich. Wie war dieser TV-Auftritt für dich?

Es war mein erster TV-Auftritt und dann auch noch live, ich hatte wirklich Angst und versuchte schon um halb Drei aufzustehen, denn der Soundcheck war um halb Vier morgens. Aber es lief echt gut, es hat mir eine Menge Spaß gemacht.

Was hat sich nach dem Auftritt noch ergeben?

Ja danach wurde “Pieces” immer erfolgreicher! Vor allem im Radio, da ging es sogar bis in die Top 10 der Charts. Top 10 in Deutschland, das war für mich schon ziemlich krass. Durch den Auftritt haben sich also viele Möglichkeiten ergeben.

Deine Songs haben oft einen sehr persönlichen Hintergrund. Dazu bist du ein richtiger Familienmensch, das merkt man schon an der Entstehungsgeschichte deines ersten Songs “Fallen so Young”.

Ja mein Bruder bat mich sein Trauzeuge zu sein und statt eine Rede zu halten, schrieb ich ihm diesen Song. Das war quasi mein Karrierestart.

Auch bei “Vienna” hast du eine sehr persönliche Geschichte deines Kumpels Jack erzählt. Wie ist es für dich so viel private Emotionen in Songs zu packen, vor allem wenn sie dann so erfolgreich und tausendfach gehört werden?

Ich liebe es! Ich versuche bei meinen Song so authentisch und ehrlich wie möglich zu wirken. Natürlich habe ich auch Songs geschrieben, die ohne so eine Hintergrundgeschichte daherkommen. Das wichtigste für mich ist, wenn du einen Song hörst, du musst dir die Story für dein eigenes Leben vorstellen können. Das ist der Grund warum ich Musik höre, ich setze mich, höre den Song und seh währendessen was passiert.

Wie schwierig gestaltet es sich dann für dich ein Album zu schaffen? Oder fühlst du da bisher gar keinen Zeitdruck?

Ne, wir handeln da nicht vorschnell. In Deutschland haben wir jetzt gerade erst angefangen, hier kommen die Songs gut an. Wir werden noch viel Zeit in Europa verbringen und uns anschauen wie weit uns das noch bringt. Es wäre immerhin mein erstes Album und dafür braucht es den richtigen Moment.

Ich denke das ist eine gute Entwicklung in der Musikszene. Der Druck und die Erwartungshaltung hat sich verändert.

Vor allem hat sich die Art Musik zu hören total verändert. Die Leute hören vermehrt Singles und nicht unbedingt mehr ein komplettes Album. Viel mehr checken sie auf Spotify die Top-5-Songs. Der Zugang zu Songs und Musik wurde viel einfacher, du machst eine Playlist an und hörst dir 50 verschiedenene Songs an. So wird es für einem selbst also auch schwerer. Ein Album kann erst nach einem großen Bedarf kommen.

Da ist schon was dran, vor allem ist es mit diesen Playlists wohl schwerer sich einen Namen zu machen. Man hört eine Menge Songs, du erinnerst dich danach aber nur noch an die Songs und nicht mehr an die Band dahinter.

Das war bisher echt ein großes Problem in Deutschland. Im Sommer habe ich viele Festivals gespielt und niemand wusste wer ich bin. Als ich meinen Song “Pieces” angekündigt habe, sah ich schon die erste Leute am nachschauen und spätesens nach den ersten drei Zeilen hat das Publikum bemerkt, dass sie den Song kennen. Einige Leute schrieben mir das nach dem Konzert sogar. Dass sie meinen Song kannten, aber bisher nicht wussten, wer ich war.

Ja einerseits eröffnet Streaming neue Möglichkeiten, andererseits macht es etwas die Inidvidualität von Künstlern kaputt. Aber ich denke mit deiner Stimme solltest du da gute Chancen haben Erfolg zu haben.

Danke dir.

Ich danke dir für das Gespräch und wünsche dir viel Spaß bei deinem Auftritt gleich!

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Bildquelle: Pressefreigabe

Daniel Guggeis

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