Mantar – 05.10.19 – Ludwigsburg, Scala

The modern art of setting ablaze: Mantar setzen vergangenen Samstag das Ludwigsburger Scala in Brand und sorgen für Irritationen beim Bierausschank.

Das fleißig allgegenwärtig tourende Metal-Doom-Punk Duo gastiert am letzten Samstag in Ludwigsburg. Im Scala, dem ältesten und traditionsreichsten Veranstaltungsort der Barockstadt, welches für Theater, Kino und Kabarett genutzt wird, werden hin und wieder auch Konzerte ausgetragen. Doch auf biertrinkende Headbanger mit Krach, der einem um die Ohren fliegt, sind die Organisatoren scheinbar nicht direkt vorbereitet. Das Bier im Eingangsbereich wird an einer stylischen Bar, die den Namen “Fräulein Cluss” trägt, in Gläsern ausgeschenkt. Diese dürfen allerdings nicht mit in den Saal genommen werden. Im Innenbereich gibt es lediglich einen Mitarbeiter, der das Gerstengetränk in Bechern verkauft. Alle anderen Getränke werden an einem weiteren Thresen ausgegeben. Vor Ende des Konzertes ist das Bier dann an der inneren Bar erstmal ausverkauft und lässt die Metalfans zum Getränkekauf wieder zu “Fräulein Cluss” wandern. Dort hat sich mittlerweile eine Schlange gebildet. Auch Oropax müssen von den Mitarbeitern erst minutenlang gesucht werden, bis sie dann schließlich ausgegeben werden können.

Lokale Unterstützung gibt es für das wilde Duo von der Gruppe Arsen, einer Hardcore-Sludge-Doom Band aus Stuttgart, welche rund 30 Minuten lang Spielzeit bekommt. Die Kommunikation mit dem Publikum findet an diesem Abend quasi nicht statt und das Publikum antwortet mit etwas Höflichkeitsapplaus. Dann betreten Mantar die Bühne. Sie tragen schwarze Hoodies, die Kapuzen knapp bis über die Augen gezogen. Der Blick ist düster. Ein Blumenstrauß wird von Hanno auf der spartanisch, lediglich mit ein paar Kerzen und einem Backdrop, dekorierten Bühne abgelegt. Dann werden die Pullis ausgezogen. The modern art of setting ablaze beginnt und die Bremer arbeiten sich durch ihre Setlist. “Cross the Cross”, “Seek and Forget” und “Era Borealis” sind Pflichtprogramm. Hanno schreit sich wie gewohnt mit hervorstehender Halsschlagader die Seele aus dem Leib und lässt die Riffs auf und ab scheppern, während Erinc sich die Extremitäten wund trommelt. Die Ansagen werden kurz und knapp gehalten, Musik und Atmosphäre sprechen für sich. Laut, wild und düster. Das sind Mantar.

Dass der Saal nicht komplett und lückenlos mit Besuchern gefüllt ist, macht das Stagediving schwer. Jedoch hält diese Tatsache die Fans nicht davon ab, dies zu unterbinden. Die Kulisse des Kinos besteht aus einem kleinen dunklen Raum mit Kinosesseln, von denen in etwa die ersten zwanzig Reihen freie Fläche für Stehplätze bilden und einer Empore, die an diesem Abend nicht zugänglich ist. Mit kleinen dunklen Hallen sind Mantar vertraut und jene sind mit Sicherheit auch ihr Favorit. Denn hierbei passt die Location zur Musik, aber auch zur Stimmung, die diese erzeugen soll. Zum Schluss des Spektakels schmeißt Hanno den Strauß in die Menge. Ein paar Mädels freuen sich. Das Licht geht an, einige Fans bekommen zwischen Abbau und den letzten Drinks noch ihre gewünschten Fotos mit den beiden, bevor dann endgültig das Feuer für den heutigen Abend erlischt.

Links:

Facebook

Homepage

Foto: Pressefreigabe

Julia Kimmerle

About author

Julia Kimmerle

Musikliebhaberin. Bevorzugt alles mit und um Rock.