Metronomy – 21.10.19 – München, TonHalle

In die beinahe ausverkaufte TonHalle haben Metronomy zu ihrem bisher größten München Gig geladen. Die Fanbase der Truppe um Mastermind Joseph Mount ist seit ihrem ersten München Headline-Gig im Atomic Cafe 2011 stetig angewachsen. Damals tourten sie mit ihrem fabelhaften Album “The English Rivera”. Ein Album was auch diesen Abend prägen sollte.

Doch zunächst gab es mit Georgia eigentlich den perfekten Support. Oft ist ja das Publikum bei Vorbands für unhöfliches Gerede bekannt. Doch Georgia brachte mit ihrem brachialen Sound selbst den größten Schwätzer zum Staunen. Georgia Barnes aus London brauchte dafür auch nicht viel, ihr Schlagzeug inklusive diverser Synthie-Effekte reichte völlig aus für ein faszinierendes dreißigminütiges Set. Neben Songs aus ihrem selbstbetitelten Debüt, präsentierte die Britin auch schon erste Stücke aus ihrem im Januar erscheinenden Album “Seeking Thrills”.

Metronomy dagegen leitet das Konzert mit den ruhigen Klängen von “Wedding” aus ihrem neuesten Album “Metronomy Forever” ein. Eine Liveshow von Metronomy ist in erster Linie unprätentiös. Das hat auch sein Gutes, der Fokus liegt wirklich bei der Musik und spätestens mit dem dritten Song “The Bay” aus ihrem Erfolgsalbum von 2011 ziehen sie jeden Konzertbesucher in den Bann.

Metronomy beweisen zudem Feingefühl bei der Songauswahl. Natürlich dominierte die neue Platte die Setlist, dennoch gab es nie eine große Ansammlung auf einmal. Viel mehr waren die Songs klug verteilt, um sie spannend zu kombinieren. So geschehen bei den beiden Instrumentalsongs “Boy Racers” und “Lying Low”. Schon bei “Boy Racers” wurde die Band auf die Elektrospezialisten Oscar und Michael reduziert. Während “Lying Low” fuhren ihre Pulte aufeinander zu, als würden sie gleich ein Kraftwerk-Konzert imitieren.

Zum Ende hin wurde das Publikum dank Hits wie “The Look” oder “Love Letters” nochmal besonders euphorisch. Der Abschied fiel nach knapp 90 Minuten bester Metronomy-Unterhaltung für Fans und Band nicht leicht, wie auch Drummerin Anna Prior angesichts des anstehenden Brexits in einem emotionalen Instagram-Post erklärte.

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Bildquelle: Pressefreigabe

Daniel Guggeis

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