Two Door Cinema Club – 22.01.2020 – Köln, Carlswerk Victoria

Drei Abende hatten die Fans des gepflegten Indiepop die Möglichkeit, einen prominenten Vertreter der Musikrichtung in Deutschland zu sehen: Two Door Cinema Club spielten drei Shows, eine davon am 20. Januar in der Kölner Konzertlocation Carlswerk Victoria.

Wer seinen Weg auf ein Konzert der irischen Indieband fand, der erwartete vermutlich vor allem eine Feelgood-Party mit Livemusik und ganz viel Gelegenheit zum ausgiebigen Tanzen. Das sollten die Fans auch bekommen – allerdings möglicherweise nicht in der erhofften Intensität.
Den Support stellten die Liverpooler Indie-Rock-Band Circa Waves mit ihrem einschlägigen Gute-Laune-Indie, die bereits letztes Jahr die Wombats (Link) auf ihrer Tour unterstützten.
Knapp und auf den Punkt, fast schon durchgetaktet – so könnte man die Show bezeichnen. 19 Songs füllten knapp 90 Minuten, das Publikum feiert. Trotz fehlender Zugabe und auffallend wenig Ansprachen. Auffällig ist der Stimmungsabfall, der zwischen den Performances älterer und neuerer Songs stattfindet. Was bereits einige Kritiker anmerkten, scheint sich live zu bestätigen: der Publikumsmagnet, der die ersten Alben “Tourist History” (2010) und “Beacon” (2012) der Indiepop-Giganten noch waren, ist “False Alarm” (2019) offensichtlich nicht mehr.

Die Fans bleiben treu. Die meisten von ihnen feiern ausgiebig und einige gröhlen Songtexte aus der ersten Reihe mit. Wer weiß – vielleicht war die Reduzierung der Show auf das Wesentliche ein Mittel zum Zweck, um sich rein auf die Musik zu konzentrieren. So oder so haben Two Door Cinema Club auf musikalischer Ebene nicht enttäuscht. Wer sich einen Live Eindruck von “False Alarm” wünschte, der hat das zweifellos bekommen – und einen guten Abend noch dazu.

Anna Ibelshäuser

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